© 2015 by Gianna Rutz aka. traveladdict
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      SARDINIEN - ES GEHT AUCH GÜNSTIG 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     
       
       ANGABEN ZU DER INSEL



Sardinien ist die zweitgrösste Insel im Mittelmeer und beträgt eine Fläche von 24.089 km².
Laut Google Maps brauchst Du mit dem Auto ca. 5 Stunden um sie zu überqueren, dies entspricht allerdings nicht ganz der Realität und Du solltest dich nicht zu sehr auf diese Info verlassen.

Warst Du bereits auf Mallorca und fandst die Grösse für 1 Woche Roadtrip ideal? Wenn ja, dann würde ich – sofern Du die gesamte Insel gemütlich anschauen und geniessen willst – das Dreifache einplanen. Falls Du, so wie ich 100% arbeitstätig bist und nicht gleich 3 Wochen Urlaub opfern möchtest, so solltest Du dich zwischen Norden und Süden entscheiden. Bei der Entscheidung helfe ich dir natürlich sehr gerne (siehe weiter unten).

 

 

   
    VERKEHR


Eines möchte ich direkt vorweg nehmen: Um auch wirklich die schönsten Orte zu sehen, braucht es definitiv ein Fahrzeug.
Öffentliche Verkehrsmittel sind zwar vorhanden, allerdings kommst Du damit lediglich von Dorf zu Dorf (oder Stadt) und nicht an die tollen Strände.
Dazu kommt, dass Du beispielsweise mit einem Mietwagen viel flexibler bist und damit auch mal über einen der wunderschönen Pässe fahren und
die höher gelegene Landschaft erkunden kannst.

Vorsicht jedoch beim Autofahren! Das Temperament der Italiener scheint sich auch in der Art ein Fahrzeug zu steuern wider zu spiegeln.
Kurven schneiden ist ein bekanntes Phänomen, weshalb du immer darauf vorbereitet sein solltest auszuweichen.
Die Raserei auf den Autobahnen konnten wir etwas verstehen, zumal die meisten Autobahnen mit 70 oder 90 gekennzeichnet sind obwohl die sichere
Umgebung weit mehr zulassen würde.


 

 

       PREISE & SPARTIPPS

 


Als ich mir überlegt habe nach Sardinien zu fliegen habe ich von vielen Seiten Aussagen gehört wie „uff, das ist mega teuer“ und ganz Unrecht hatten
die Leute damit ja nicht. Es kommt aber darauf an wie, in welche Gegend und zu welcher Zeit man reist.

Die Hotels auf Sardinien sind besonders im Sommer kostspielig und bieten im Gegenzug nicht den Komfort, welchen Du für diese Preise in Europa eventuell erwarten würdest. Auch ich habe immer wieder gute Hotels verglichen und dachte mir dann doch wieder, dass ich für diesen Betrag lieber in die Dominikanische Republik oder nach Miami fliege. So liess ich es jedes Mal bleiben, bis der Bruder meines Partners auf die Idee kam zu viert ein Haus zu mieten.
Und genau dies möchte ich auch Dir raten! Schliesse dich mit Freunden oder deiner Familie zusammen und teil die Kosten fürs Übernachten und den Mietwagen mit ihnen.

Mein nächster Tipp ist folgender:
Wenn Du vor Ort nicht viel Budget zur Verfügung hast, rate ich dir unbedingt den Juli und August als Reisezeitraum zu meiden.
In diesen beiden Monaten steuern Menschen aus aller Welt die Insel an.
Die Einheimischen wissen dies und verlangen entsprechende Preise. Wenn man nur wenige Monate hat um das ganze Jahr über die Runden zu kommen,
dann ist dies auch verständlich.

Als ich auf Sardinien war, konnte ich drastische Preisunterschiede zwischen Norden und Süden feststellen. Als Beispiel nehme ich immer meinen heissgeliebten Teller Spaghetti, welcher mich im Süden 7Euro und im Norden 16 Euro gekostet hat. Wie es ausserhalb der Hauptsaison ist kann ich nicht sagen, aber schon das Erscheinungsbild erweckt den Eindruck der Norden sei etwas wohlhabender und deshalb auch teurer. Für Budget-Traveller empfiehlt sich deshalb eher der Süden.

Was die Flüge betrifft:
Easyjet bietet teilweise sehr tiefe Preise, aber je nach Reisezeitraum lohnt es sich trotzdem mit anderen Airlines zu vergleichen.
Am einfachsten geht dies für mich immer auf
https://www.skyscanner.ch/
Du kannst auch mit deinem eigenen Auto die Fähre ab Genua nehmen und sparst dir so die Kosten für den Mietwagen. Für uns hätte die gesamte Anreise
damit ca. 7h gedauert und war deshalb für so einen kurzen Urlaub nicht mehr lohnenswert. Wenn dir lange Fahrten jedoch egal sind, schau doch mal rein und such hier nach „Genua – Olbia“ oder „Genua – Porto Torres“
http://www.directferries.de/sardinien.htm


 

    NORDEN ODER SÜDEN? DIE ENTSCHEIDUNG FÄLLT SCHWER

 


Es kommt ganz auf deinen Geschmack an.

Die meisten versuchen sich anhand der Strände zu entscheiden, doch ich kann dir sagen, dass sowohl der Norden als auch der Süden wunderschöne Strände bieten. Bitte geh trotzdem nicht mit zu Hohen Erwartungen dorthin, denn egal welches Video/Bild vom Internet Du mit der Realität vergleichst  – gefaked und an der Farbsättigung herumgeschraubt wird fast überall! Die Strände welche im Internet als die schönsten gekürt wurden, fanden wir teilweise nicht einmal annähernd so schön wie diejenigen von denen man nie etwas hört. Meine beiden Favoriten sind übrigens Porto Istana im Norden und Chia im Süden, beides wunderschöne Strände zum träumen. Es lohnt sich sowohl im Norden, als auch im Süden ein Boot zu mieten! Du kannst dadurch viel mehr sehen und die 100-180 Euro
(je nach Gegend) pro Tag lohnen sich wirklich! Wir fanden das wunderschöne Wasser und das Abenteuer des Bootfahrens an sich waren es schon wert.
Um die Tropfsteinhöhle Grotta di Ispinigoli zu sehen, wirst Du sowohl von Cagliari, als auch von Olbia aus sehr weit fahren, deswegen sollte diese kein Kriterium sein. Shopping geht meiner Meinung nach im Norden besser. Es gibt abseits der teuren Designershops ein Einkaufszentrum Namens „Auchan“, bei dem Du zu bezahlbaren Preisen alles Mögliche einkaufen kannst.
 
Was uns aufgefallen ist, waren die wenigen Touristen im Süden. Wir hatten das Gefühl vorwiegend Einheimische anzutreffen. Man kann sich hier aber nicht auf meine Aussage verlassen, denn als ich dies nach meiner Rückkehr in der Schweiz ehemaligen Besuchern erzählt habe, waren sie etwas verwundert.

Das Essen war überall hervorragend, die Küche im Süden ist lediglich viel kultureller angehaucht.
Eine Lasagne oder mal Spaghetti Bolognese sahen wir nirgends während man dies im Norden an vielen Orten bestellen kann.
Mir persönlich hat das Essen im Süden besser geschmeckt und es kam auch liebevoller gekocht resp. qualitativ besser rüber. Hier kommt es darauf an worauf man steht. McDonalds ist schliesslich auch qualitativ nicht blendend und trotzdem schmeckt es vielen.

Nach dem Süden war für uns die Costa Smeralda ein regelrechter Kulturschock. Die Häuser sehen gepflegter und schöner aus, es fahren die tolleren Autos auf der Strasse und der Umgang mit Müll ist definitiv vernünftiger. Die Menschen wirken reservierter und einzelne sogar sehr unfreundlich. Es gab mehrere Situationen wo wir schlecht behandelt wurden, was wir von Sardinien bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht kannten. Wenn Du für Sauberkeit und Sicherheit im Gegenzug auf Nähe zu den Einheimischen verzichten kannst, ist es für Dich genau das Richtige. Denn Schön ist der Norden allemal und besonders Olbia hat traumhafte Architektur zu bieten.

Für uns war der Hauptgrund in den Norden zu fahren vor allem die Nebeninsel La Maddalena.
Auf Youtube, in Blogs etc. wird sie hoch angepriesen. Ich weiss nicht wie es im Frühling oder Herbst ist, aber wir haben im Juli für die 15minütige Fahrt mit der Fähre 88 Euro bezahlt (4 Personen im Auto) was wir offen gesagt eine absolute Frechheit fanden. Nicht einmal in der Schweiz bezahlt man solch horrende Preise und deshalb hatten wir äusserst hohe Erwartungen. Auf der La Maddalena angekommen mussten wir feststellen, dass auch vor Ort alles überteuert ist und man vor lauter Autos fast nicht vom Fleck kommt, geschweige denn irgendwo parkieren kann. Die Insel wirkt einfach total überfüllt. Die Strände sind toll und ja, die grossen abgerundeten Felsen welche man überall sieht, sind schon sehr speziell, aber das Wasser an der Costa Rei oder der Costa Smeralda ist genauso klar.
Einen Besuch auf der La Maddalena würde ich deshalb nur absoluten Sardinien-Freaks empfehlen. Aber Geschmäcker sind verschieden, vielleicht gefällt dir ja genau das!

Wahrscheinlich könnt ihr meinen Erzählungen entnehmen, dass ich bei einer zweiten Hinreise auf den Norden verzichten würde.
Ich habe wirklich versucht neutral zu bewerten, aber zugegeben: Die Hohen Preise und die Art der Leute im Norden, hat uns unsere Stimmung teilweise schon etwas getrübt. Mir ist bewusst, dass sich die High Society dort aufhält, aber trotzdem sprechen wir von Italien – einem nach wie vor von der Finanzkrise betroffenen Land. Höhere Preise als in Norwegen oder der Schweiz zu verlangen, fanden wir etwas mutig und es sah fast so aus, als möchte man sich um mittelständige Touristen wie uns gar nicht erst bemühen. Trotzdem fand ich es super beide Gegenden gesehen zu haben, denn nur so konnte ich mir eine Empfehlung für euch zurechtlegen.

Alles in allem könnte ich so viel erzählen, aber vielleicht ist es einfacher euch eine Pro und Contra-Liste zu zeigen und ihr entscheidet selbst.