© 2015 by Gianna Rutz aka. traveladdict
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Pierogi ruskie

Schaschlyk auf dem Grill

 Krakau - Die heimliche Hauptstadt Polens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



    ÜBER KRAKAU
 

Krakau war bis 1596 noch die Hauptstadt Polens und verfügt heute über mehr als 760.000 Einwohner. 

Sie liegt im Süden des Landes und ist nur 350km von Warschau (der heutigen Hauptstadt) entfernt.

Eine Stadt die im Gegensatz zu Warschau bis heute noch sehr vom 2. Weltkrieg gezeichnet ist. 

 

Aber nicht nur das! Für uns „Nobelzürcher“ scheint es fast ein bisschen, als wäre Krakau vor rund 100 Jahren stehen geblieben.
Immernoch verfügen viele Gebäude über die uralten Liftsysteme bei denen man zuerst die Lifttür und dann das Innentor des Lifts schliessen muss.
In der Stare Miasto (Altstadt) fahren die Pferdekutschen als wären sie gestern erst erfunden worden und egal wo man hingeht, riecht es nach Brennholz da die meisten bis heute noch mit Holz heizen. Es ist fast so, als würde man vom Alltag entfliehen und sich auf eine wunderschöne und interessante Zeitreise begeben.

                                     

    ÜBER DIE POLEN
 

Ich habe die Polen als zurückhaltend und beobachterisch wahrgenommen. 

Das Eis zu brechen svheint bei ihnen ganz und gar nicht einfach zu sein. Hat man sie aber einmal geknackt, so scheinen sie sehr loyal zu sein und stecken viel Energie in die Freundschaft. 

 

In Krakau fiel mir auf, dass es schwierig ist die Stimmung aufzulockern und die Leute zu einem Lächeln zu bewegen.
Charakterlich gesehen würde ich sie als emotionslos und hart; nicht aber gefühlslos beschreiben. Im Gegenteil! Denn feiern und diskutieren können sie wiederum sehr lebhaft… Wie überall auf der Welt kann man Nationen aber nicht so rational beschreiben.

Wo wir gleich beim Feiern sind: Das Gerücht dass die Polen alle trinken ist nicht ganz verkehrt. Ich möchte nicht gleich alle über einen Kamm scheren, jedoch scheint Vodka schon äusserst verbreitet zu sein. Dies liegt bestimmt nicht zuletzt daran, dass der Durchschnittslohn der Polen rund 750 Euro beträgt und ein halber Liter Vodka gleich viel wie eine Tafel Wedel-Schokolade kostet… 

Und sind wir doch mal ehrlich..nach einem harten Arbeitstag beschert dir eine Pulle Vodka mehr Entspannung als eine reihe Schokolade (Spass beiseite) :)

 

    HOOLIGANISMUS
 

Krakau ist bekannt für seine harten Hooligans. Viele Menschen in dieser Stadt sind durch deren Gewalt umgekommen.
Um die Ideologie dieser Gruppierungen zu verstehen muss man bis in die Kriegszeit oder die Zeit des Kommunismus zurückgehen.
So sind beispielsweise die Anhänger der Wisla als Nazi-Club bekannt. Dementsprechend gelten die Cracovia-Jungs mit ihren vielen jüdischen Anhängern als ihre Gegner. Komplett eigenständig ist dann die Nowa Hutnik-Gang. Sie sind in der Nachzeit des Kommunismus aufgewachsen und mussten viel Arbeitslosigkeit und Armut ertragen. Dementsprechend viel Aggression tragen sie in ihren Herzen. 

 

Aber keine Angst: Eine ehemalige Einwohnerin von Nowa Huta hat mir erklärt, dass Dir nichts passieren kann wenn Du die Finger von sämtlichen Fussballthemen lässt und dich auf andere Interessen einlässt. „Mischt Du dich nicht zu sehr ein, so bekommst Du auch keine Probleme.“

 

    ESSENSKULTUR 
 

In Polen wird viel Fleisch gegessen. Nicht nur die Deutschen, sondern auch die Polen sind für ihre leckeren Würste bekannt.
Vom ganzen Veggie-Trend der bei uns herrscht, wirst Du in Krakau nicht viel mitbekommen. Vorallem in der Weihnachtszeit läuft man immer wieder an deliziös riechenden Ständen mit riesigen fleischbedeckten Grillgittern vorbei. 

 

Die wahrscheinlich berühmtesten polnischen Speisen sind Pierogi (eine Art Maultaschen mit süssen oder salzigen Füllungen) und das polnische Nationalgericht Bigos (Krauteintopf aus gedünstetem Sauerkraut mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten sowie weiteren variierenden Zutaten).
Es gibt aber noch vieles mehr das man unbedingt ausprobieren sollte. Den Kalorienzähler solltest Du hier vielleicht ausschalten und einfach geniessen. 

 

Zum Dessert warten dann die Süssigkeiten der Firma „Wedel“. Diese sind von der Sortimentsbreite und der Berühmtheit in etwa mit unserem Lindt & Sprüngli zu vergleichen. 

 

Abends kannst Du gemütlich einen trinken gehen. Ich hab mir sagen lassen, dass Krakau die grösste Pub- und Clubdichte Europas aufweist.
Die Cocktails schmecken aufgrund des geschmacksneutralen Vodka fruchtiger als bei uns. Empfehlen kann ich Dir den Nirvana-Cocktail in der Buddha Bar. Dieser kommt dem Geschmack eines Erdbeer-Cheescakes absolut nah - einfach köstlich! Die meisten Bars sind übrigens fast leer, lass dich davon aber nicht abschrecken, denn es liegt lediglich daran, dass die Polen nicht so oft auswärts einen trinken wie wir.

Meine Restaurantempfehlungen findest du auf meinem Youtube Kanal: https://youtu.be/--MTehUJZh4

Die Zusammenfassung meines Trips (kommt am Ende dieses Videos) kannst Du dort ebenfalls anschauen.
Wenn du mich unterstützen magst, kannst du selbstverständlich gerne meinen Channel abonnieren. :)

 

Vielleicht noch kurz zu den Preisen: 

Im jüdischen Viertel beträgt der Durchschnittspreis pro Person für Hauptspeise und Getränk ca. 5-10 sFr./Euro) während Du in einem teureren Restaurant in der Altstadt zwischen 10-20 Euro/sFr. bezahlen wirst. Du kannst also selbst entscheiden, wo Du lieber essen gehst.

 

 

    UNTERNEHMUNGEN IN KRAKAU
 

Eigentlich möchte ich Dich nicht mit den Normalo-Sehenswürdigkeiten langweilen. Die Salzmine in Wielickza, 15km von Krakau entfernt nicht anzusehen wäre allerdings eine Schande. Der Zug dorthin kostet läppische 3 PLN (1PLN = 0.25 sFr/Euro). Achte aber unbedingt auf die Öffnungszeiten, sonst stehst du; so wie ich vor verschlossenen Türen… Mehr Infos dazu unter: http://www.salzbergwerkwieliczka.de/

 

Shopping ist ein Muss in Polen. Leider hat das Land immer noch den Ruf von gefälschter Markenware.
Ein Gerücht mehr, das ich hier und jetzt endgültig aus der Welt schaffen möchte. So wie in  Deutschland oder der Schweiz auch, findest Du in Krakau Shops wie Massimo Dutti, Zara, Sephora, Saturn usw. Der einzige Unterschied zu unserer Ware ist lediglich der günstige Preis. 

Wer schon mal im ALEXA in Berlin war, der hat eine ungefähre Idee davon wie die Galeria Krakowska (Krakaus grösstes Einkaufszentrum) aufgebaut ist. Um dort shoppen zu gehen würde ich dir aber raten, ganz früh aufzustehen. Nach dem Mittag wird es etwas zu voll.

 

Vom Factory-Outlet in Modlniczka war ich persönlich eher ein wenig enttäuscht. Da es sich dort ja nur um teure Markenware handelt, ist es eigentlich nach wie vor kostspielig. Wer das Budget dafür aber hat, kann sich gerne unter http://krakow.factory.pl/pl informieren.
Am einfachsten ist es, ein Taxi dorthin zu nehmen. Es ist aber gar nicht so einfach von dort wieder zurückzukommen.
Bestell dir deshalb den Taxifahrer am Besten auf eine Zeit wieder zum Haupteingang. Eine Fahrt ab Stadtzentrum kostet 10 sFr./Euro.
Wenn Du trotzdem mit dem Bus dorthin reisen willst, kannst Du diesen übrigens (kein Witz!) gratis beanspruchen.

Die Haltestellen sind hier aufgeführt: http://krakow.factory.pl/sites/default/files/Factory_rozklad_jazdy_godziny_KRAKOW_Futura-Centralny_FACTORY.pdf

 

Nowa Huta muss man unbedingt auch gesehen haben. Es ist ein ehemals kommunistischer Stadtteil der innerhalb von 10 Jahren nur für Fabriken und ihre Arbeiter erbaut wurde. Die Einwohner waren damals glücklich dass so viele Schulen und Läden gebaut wurden.
Es gibt eine Privattour bei der Du Nowa Huta und seine Geschichte im Trabbi und auch zu Fuss kennenlernen kannst.
Mehr dazu unter: http://www.crazyguides.com. Mit diesen Guides kannst Du mehrere Touren buchen (unter anderem auch den Besuch einer Shooting-Range).

 

 

                       

    ALLGEMEINE ABER WICHTIGE INFOS
 

Falls Du mit öV unterwegs bist, solltest Du wissen: Die Fahrticketautomaten sind meistens nur in polnischer Sprache verfügbar.
Ich habe auf gut Glück einfach mal ein paar Knöpfe gedrückt und hatte dann das richtige Ticket. Was ich nicht wusste ist, dass man diese Dinger im Bus am gelben Kästchen noch entwerten muss. So bekam ich am zweiten Tag eine Busse. Ursprünglich hätte ich für die Busse 30 Euro bezahlt.
Nachdem der Kontrolleur mir erklärte, dass sein Chef nur mit dem Ausfüllen einer Quittung die Hälfte der Busse bekommt, konnte ich die Busse auf 20 Euro herunterhandeln. So hatte er mehr Geld für sich und ich ebenfalls für mich. Die Tramhaltestellen befinden sich anders als bei uns nicht nur auf 2 Strassenseiten je in eine Richtung, sondern manchmal auch um die Ecke nochmals. Dies kann extrem verwirrend sein.

 

Bussen sind in Krakau ein bekanntes Thema. Von einer Polin habe ich mir sagen lassen, dass die Polizei jede Gelegenheit nutze, um Bussen zu verteilen. Nachdem sie mir dies sagte, wurde mir klar weshalb vor der roten Ampel alle so brav warten obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist.

 

Englisch zu sprechen ist in Polen gar nicht so einfach. Manchmal muss man sich mit Händen und Füssen verständigen, was aber ganz gut funktioniert. Versuch am besten niemanden auf Polnisch zu begrüssen, denn dann wirst du als Erstes mal richtig zugetextet. 

 

Und mein letzter Tipp: Genauso wie in Amerika wird auch in Polen ein Trinkgeld von rund 10% erwartet. Ich finde das bei dem Lohn den sie haben völlig gerechtfertigt.